Tore sind
Einlässe in umhegte, geschützte Räume, umgeben von starken
Mauern. Wenn ich an "Tor" denke, denke ich an "Mauern" immer
schon mit: Hausmauern, Burgmauern, Stadtmauern. Ein Tor
ohne Mauern kann es nicht geben, es wäre völlig funktionslos.
Und nun das "Friedenstor". Es steht noch nicht einmal mitten
auf dem Zufahrtsweg, sondern einige Meter daneben, dazu
schräg versetzt und - obwohl der mächtige Deckbalken breit
genug ist - mit viel zu engen Torpfosten. Gerade diese
Funktionslosigkeit eröffnet mir den Zugang zum "Friedenstor".
Dieses Tor ist vorstellbar überhaupt nur ohne Mauern, man
geht nicht durch es hindurch, sondern an ihm vorbei. Es
mutet an wie ein Versatzstück aus alten Zeiten, in denen
es möglich und nötig war, sich durch Befestigungen vor Feinden
zu schützen. Der Frieden bedarf solcher Befestigungen nicht,
der Zugang zu ihm steht jedem Menschen, auf welchem Wege
er immer kommen mag, offen. Bernhard Arend-Schneider,
OStD a.D. |
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Dieses Steinmonument wurde von Friedrich
Heißmeyer im Jahre 1989 geplant, in Eigen- arbeit
angefertigt und aufge- stellt. |