27. Januar Gedenken an NS-Opfer Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Jahrestag der Befreiung von Auschwitz
Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden. Auschwitz ist Ausdruck des Rassenwahns und das Kainsmal der deutschen Geschichte. Zum 60. Mal jährt sich die Befreiung des "Konzentrationslagers" Auschwitz durch die Rote Armee.
Konzentrationslager - für die braunen Machthaber dienten sie von Anfang an einem simplen Zweck: Hier wurden seit Anfang 1933 alle Andersdenkenden und Gegner des Regimes konzentriert: Kommunisten und Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas, oppositionelle Priester und Pastoren, politisch unliebsame Juden, Sinti, Roma und Homosexuelle. Seit 1941 dienten Konzentrationslager der unfassbaren Vernichtung von Millionen Menschen.
Der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Der 27. Januar ist kein Feiertag im üblichen Sinn. Er ist ein "DenkTag": Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schaffen Orientierung für die Zukunft.
"Ich wünsche mir, dass der 27. Januar zu einem Gedenktag des deutschen Volkes, zu einem wirklichen Tag des Gedenkens, ja des Nachdenkens wird." Roman Herzog.
Dass der 27. Januar als "DenkTag" unverzichtbar ist und dass immer wieder an die Verbrechen des Nazi-Regimes erinnert werden muss, zeigt auch der jüngste Eklat im Landtag von Sachsen am 21. Januar: Während einer Schweigeminute für die Opfer der Nazi-Diktatur verließen die ewiggestrigen Abgeordneten der rechtsextremen NPD den Saal und verweigerten damit Nazi- und Kriegsopfern das Gedenken. Kurz darauf bezeichnete der NPD-Abgeordneter Jürgen Gansel die Angriffe der Alliierten auf Dresden als "Bomben-Holocaust". Seine Partei, so Gansel, wolle ihre Mandate im Landtag in den kommenden Jahren dazu nutzen, "mächtige Schneisen in das Dickicht antideutscher Geschichtslügen zu schlagen".
Die NPD tritt als Vertretung aller Geschichtsverdreher im Parlament auf, ihr Mandat missbrauchen die Abgeordneten zu Hetzreden gegen andere Völker, um von der Schuld des eigenen abzulenken und ihr braunes Süppchen zu kochen, wohl wissend, dass sie für ihre Äußerungen vor dem Parlament aufgrund ihrer Indemnität (Freiheit der Abstimmung und Redefreiheit im Parlament Art. 55 Abs. 1 SächsVerf) nicht belangt werden können. Hinter einer solchen Rhetorik steht offenkundig der Versuch, den Holocaust zu verharmlosen, Leid gegen Leid aufzuwiegen und die historische Verantwortung Deutschlands zu relativieren. Die NPD bedient damit bewusst den Teil der Deutschen, die eine latent antisemitische Grundeinstellung haben.
"Diese für uns abträglichen Haltungen tragen nicht zu dem Bild Deutschlands bei, das aus seiner Geschichte gelernt hat, bei dem Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus nicht die Spur einer Chance mehr haben und alles getan wird, um unsere Weltoffenheit immer wieder im Inneren unter Beweis zu stellen", betonte Bundeskanzler Gerhard Schröder am 24. Januar in Berlin. Durch das unerträgliche Gebaren der sächsischen NPD-Fraktion sieht der Bundeskanzler seine Bewertung bestätigt, dass die NPD eine verfassungsfeindliche Organisation ist.
Erinnert werden muss in diesem Zusammenhang daran, dass der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) am 10. November 2004 erst im zweiten Wahlgang mit nur 62 Stimmen gewählt wurde und sogar zwei Abgeordnete, von denen niemand ausschließen kann, dass sie den Reihen der Koalition entstammen, votierten für den Kandidaten der NPD.
Noch immer beteuern alle demokratischen Fraktionen im sächsischen Landtag, dass die zwei Stimmen für NPD-Kandidaten bei der Wahl des Ministerpräsidenten und bei der Wahl der Ausländerbeauftragten am 9. Dezember 2004 nicht von ihnen kamen. Dabei gerät fast in Vergessenheit, dass es offensichtlich nicht nur zwei Abgeordnete gibt, die Kreuzchen für die Rechten machten. Bei der Besetzung des Jugendhilfeausschusses am 9. Dezember gab es gar 20 und 21 Stimmen für zwei rechte Kandidaten - dennoch verfehlten beide Kandidaten den Einzug in das Gremium deutlich.
Der [Text] kommt von der Landeszentrale für politische Bildung - Baden-Württemberg. |