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Die Presse - 2003

(DEWEZET v. 12.12.2003)

Einstein-Schüler erhalten Preis für Geschichtsatlas

"Reichserntedankfeste" fürs Internet bearbeitet / Projekt in Braunschweig gewürdigt / Gelderblom-Buch als Grundlage

Hameln/Braunschweig (tw). Freude am Albert-Einstein-Gymnasium: "Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg", Wettbewerbsbeitrag des Leistungskurses Geschichte für die Initiative "N21 - Internet-Projekte für Schulen in Niedersachsen", ist in Braunschweig ausgezeichnet worden.

Betreut von Projektleiter Reinhard Baumgärtner und assistiert von Bückeberg-Kenner Bernhard Gelderblom hatten die Einsteiner Anne Schrader (Texte und Biografien), Maren Scheffler (Texte), Martin Storbeck (Texte, HTML und Design) und Melanie Kappe (Texte und Biografien) das Thema "Reichserntedankfeste" kritisch und professionell aufgearbeitet. Die Präsentation haben sie unter geschichtsatlas.de/~gb27/ ins Internet gestellt.

Eine Präsentation, die die zehnköpfige Jury unter Vorsitz von Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) überzeugte und die in der "Hoffmann von Fallersleben Schule" in Braunschweig – als eines von elf im Wortsinn "ausgezeichneten" Projekten – mit einem Geldpreis des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes von 500 Euro gewürdigt wurde.

Dr. Josef Lange, Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, lobte das Engagement der Schüler und ihrer Betreuer: "Derartige Projekte", so Lange, "fordern Schülerinnen und Schüler in ihrer Medienkompetenz heraus. Außerdem weisen sie darauf hin, dass Lernen Spaß machen und eine ausgesprochen lebendige, kreative Angelegenheit sein kann." Das Surfen auf den Seiten der Atlanten lohne sich, denn es gebe Spannendes zu entdecken.

Was den Bückeberg-Beitrag der Einsteiner auszeichnet, die sich bei ihrer Arbeit als Hauptquelle auf das Gelderblom-Buch "Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg 1933-1937" stützten: Hintergründe, Organisation und Ablauf des Festes werden im Detail erklärt, die Reichserntedankfeste in eine Zeitleiste eingebettet; von ihr führen

 
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Querverweise zu Kurzbiografien von NS-Prominenten wie Adolf Hitler, Hermann Göring, Heinrich Himmler, Joseph Goebbels, Albert Speer und Walter Darré, aber auch zu Stichwörtern wie NSDAP, SS und SA. Eine Schlagwortsuche erleichtert das Navigieren zusätzlich, historische Aufnahmen setzen das Geschehene in Szene.

Lohnen tut sich das Surfen im Bückeberg-Beitrag für Jedermann. Bereits gelohnt hat es sich für das Schüler-Quartett selbst: "Ich halte es für sehr gut, sich anstatt nur mit globalen auch mit lokalen Themen zu beschäftigen. Das Projekt brachte mir viel Abwechslung zum normalen Schulunterricht, da die Aufbereitung des Themas für das Internet sehr ungewöhnlich und damit auch neu für mich war", berichtet Maren Scheffler. Und Mitstreiterin Melanie Kappe ergänzt: "Für mich ist dieses Projekt eine wertvolle Erfahrung gewesen, die es mir möglich gemacht hat, etwas über meine Heimat und ihre Geschichte zu lernen, was ich sonst eventuell nie in dieser Intensität erfahren hätte."

(DEWEZET v. 12.12.2003)

Wallonische Volkstänze statt Barockmusik

"Morgen, Kinder, wird's was geben, nur wer hat, kriegt noch geschenkt" - das AEG erfrischend unkonventionell

Von Dorothee Balzereit Hameln

Hameln. Erfrischend unkonventionell setzte sich das Adventskonzert des Albert-Einstein-Gymnasiums im Münster von herkömmlichen Veranstaltungen ab. Mit Erich Kästners "Chemisch gereinigtem Weihnachtslied", das Schüler aus dem Kurs "Darstellende Kunst" des elften Jahrgangs in wechselndem monotonen Sprechgesang rezitierten, setzten sie einen gelungenen Akzent, mit dem sie zugleich ihre Stärken unterstrichen. Diese Schule ist (immer noch) jung und macht aus der Abwesenheit alter musikalischer Traditionen eine Tugend.

Sicher, ein Chor hat in diesem Jahr ganz gefehlt, dafür hatte die flotte musische Reise durch Europa, Israel, Amerika und Deutschland umwerfenden Charme. Mit Traditionals aus Irland und Schottland schaffte das Orchester unter der schwungvollen Leitung der neuen Referendarin Wiebke Buth (ehemals Mönnich) eine Atmosphäre, die sich weniger an den Maßstäben deutschen Adventsverständnisses orientierte, dafür aber umso fröhlicher war. Selbst das Blockflötentrio (Cindy Lammers, Karin Hänel, Christoffer Lange-Kabitz) wartete zunächst mit wallonischen Volkstänzen statt weihnachtlicher Barockmusik auf und räumte mit dem WelimachtKinderinstrumentenImage, das Blockflöten anhängt, auf. Die Rezitation des Liebesgedichtes "A red, red Rose" des Schotten Robert Burns wurde vorn Orchester mit dem schottischen Lied "My Love is like a red, red Rose" passend abgerundet.

 

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Von den Bläsern folgte das Stück "Havenu Shalom Alejem" aus Israel, und von dort ging die Reise weiter nach Amerika zu Rose Ausländers "New Yorker Weihnachten", in dem die Lieder aus den Drehtüren rollen, die Liebe elektrisch ist und die verschollenen Könige sich im Hafen einer Harlemer Bar mit den Mannschaften gescheiterter Schiffe und Branntweinbräuten verbrüdern. Mit minimalen schauspielerischen Mitteln er setzten die Schüler den alljährlichen vorweihnachtlichen Verweis, das Weihnachtsfest nicht zur hektischen Konsum-Orgie entarten zu lassen, geschickt durch Ausländers realistisches, aber nicht hoffnungsloses Gedicht. Musikalisch folgte "Funky Walkin" von den Bläsern, und Backwater Blues sowie "Swing Low Sweet Chariot" zum Mitwippen vom Orchester.
Ganz vergessen hat man die deutsche Weihnacht natürlich auch am AEG nicht, und so stimmte man nach der Andacht von Superintendent Philipp Meyer zusammen mit der Gemeinde "Wie soll ich Dich empfangen" an. Das Blockflötentrio wies mit einer Suite von Eberhard Werdin den Weg nach Bethlehem, und "Tochter Zion" kam ganz am Ende auch noch zum Zuge.

Das Konzept, das schauspielerische Potenzial und Können, am AEG von Dr. Dierk Rabien gefördert und als Unterrichtsfach in einem Kurs vermittelt, mit den frischen Ideen neuer junger Lehrkräfte und natürlich dem Engagement der Schüler zu koppeln, ist aufgegangen. Nach Hause ging ein begeistertes Publikum, den Kopf von Kästner chemisch gereinigt, bei dem es zum Schluss heißt: Stille Nacht heil'ge Nacht - weint wenn's geht, nicht! Sondern lacht!

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