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Der Pressespiegel - Jung trifft Alt
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(DEWEZET v. 07.07.2006)
Jung und Alt - Begegnungen der anderen
Art
Aber beim Umgang miteinander wächst
das Verständnis füreinander / Jugendliche
lernen fürs Leben
VON MARC FISSER
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Hameln.
Was Hans J. (76) ärgert: Wenn er in einen
mit Schülern gefüllten Bus steigt - und
sich keiner der jungen Leute veranlasst
sieht, ihm den Sitzplatz zu überlassen.
Was Florian K. (15) nervt: Wenn sich "so
ein Motzkeks" fuchtelnd und fauchend vor
ihm aufbaut und barsch den Sitz einfordert.
Zwischen Jung und Alt gibt es leicht, nennen
wir es: Kommunikationsprobleme. Das war
zwar auch schon früher so, doch offensichtlich
ist die Kluft zwischen den Extremen des
Alters tiefer geworden. Andererseits bauen
viele Menschen gerade auch in Hameln und
Umgebung engagiert Brücken zwischen Jugend
und Senioren - zum allseitigen Nutzen.
Früher wohnten
Enkel und Großeltern oft unter einem Dach
- heute vielfach nicht einmal am gleichen
Ort. Früher wurden Oma und Opa, wenn sie
pflegebedürftig wurden, in der Familie betreut
- heute bleibt für viele nur das Heim. "Oft
wird erst nach dem Tod erkennbar, dass diese
Menschen Angehörige hatten", bedauert Edeltraud
Sievers (79). Sie vermittelt seit gut 20
Jahren Kontakte zwischen den Generationen.
Klaus-Dieter Jösten von der Hamelner Jugendwerkstatt
sieht Alt und Jung durch Vorurteile getrennt.
"Indem wir wieder Umgang miteinander finden,
können wir sie abbauen", meint er. Es gibt
Projekte, die ihm Recht geben, einige Beispiele
aus Hameln:
Die Altenheime
halten Verbindungen zu Kindergärten oder
Schulen mit Besuchen, bei denen geredet,
gespielt, gebastelt wird.
Das Albert-Einstein-Gymnasium
(AEG) hat unter der Überschrift "Alt trifft
Jung" das Sozialpraktikum für seine Neuntklässler
verbindlich gemacht: Jeder Teilnehmer pflegt
acht Wochen lang den Kontakt zu einem alten
Menschen - und im Idealfall darüber hinaus.
Der Kinderschutzbund
in Hameln betreibt eine "Großeltern-Vermittlung".
Der offene Treffpunkt
A.R.A. (Alte Marktstraße 2) und die benachbarte
Kindertagesstätte "Altstadtmäuse" kooperieren.
Im Mehrgenerationenhaus
(Feuergraben 14) begegnen sich die Krabbelgruppe
und der Seniorenkreis, es gibt offene Frühstücke
und eine Hausaufgabenhilfe.
Für Hilke Meyer
von Hamelns Jugend- und Seniorenbüro ist
es wichtig, dass die Zusammentreffen der
Generationen eine "natürliche Basis" haben
und von Dauer sind. "Dann entwickelt sich
Verständnis füreinander, und beide Seiten
haben etwas davon." Das bestätigt Gudrun
Hellert vom Kinderschutzbund: Sie hat bislang
zehn Möchte-gern-Großeltern in interessierte
Familien vermittelt - und alle Beteiligten
seien begeistert. "Der Kontakt hält mich
lebendig", sagt eine Seniorin, die keine
eigenen Enkel hat. Hellert beschreibt, die
Eltern fühlten sich entlastet, wenn ihnen
ein älterer Mensch zur Seite stehe. Und
die Kinder hätten ihre Freude, wenn ihnen
"Oma" oder "Opa" vorlesen oder sie zum Eis
essen einladen. Meyer lobt auch Beziehungen,
bei denen sich die junge Familie um Einkauf
oder Garten des älteren Nachbarn kümmert
und dafür Babysitter- oder Nachhilfedienste
erhält - oder den leckeren Apfelkuchen nach
uraltem Rezept.
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Dr. Gerhard Bulczak,
Vorsitzender des Seniorenbeirates, erinnert
daran, dass 17.000 Ältere in Hameln leben.
Ihr Anteil an der Bevölkerung werde weiter
wachsen. Viele dieser Bürger seien ehrenamtlich
tätig, "gerade auch zum Wohle unserer Jugend".
Eine "steigende gesellschaftliche Mitverantwortung
der Senioren, die bei insgesamt besserer
Gesundheit immer älter werden", sieht Norbert
Raabe. Der Geschäftsführer der Paritäten
"schickt niemanden weg, der sich engagieren
möchte". Seine Freiwilligen-Agentur vermittelt
Kontakte, etwa über den "Mobilen Bücherdienst",
bei denen Jüngere behinderten Älteren Literatur
aus der Stadtbücherei holen - und mit ihnen
natürlich auch über das Leben reden.
"Das Gespräch ist
sehr wichtig", weiß Inga Heyen. Die Heimleiterin
der Julius-Tönebön-Stiftung beobachtet,
dass Jugendliche beeindruckt sind, wenn
gebrechliche Alte geistige Fitness beweisen
- etwa indem sie Gedichte aus der Schulzeit
vortragen. "Die Jugendlichen erfahren bei
den Treffen viel, was sie vorher nicht wussten",
erklärt Heyen. Zumeist gehe es darum, wie
das Leben früher war, was der Mensch geleistet,
welche Schicksalsschläge er erlitten hat.
Superintendent Philipp Meyer hielte es "für
verheerend, wenn jede Generation ihre eigenen
Erfahrungen zum Beispiel mit den Schrecken
des Krieges machen müsste".
"Ich habe gemerkt,
dass man sehr gut und angeregt mit älteren
Leuten sprechen kann, wenn beide bereit
sind, einen Schritt aufeinander zuzugehen",
berichtet AEG-Schülerin Vanessa Maschke
(seit gestern 16) nach ihrem Sozialpraktikum.
Hat sich ihre Einstellung zu älteren Menschen
geändert? "Ja, vor dem ersten Treffen dachte
ich, dass es langweilig wird, dass wir nicht
genug Gesprächsthemen haben würden. Doch
wir hatten beide viel Spaß." Geredet habe
sie mit "ihrer" Seniorin, Sigrid Hellmann,
auch über Berufswünsche und Beziehungsfragen.
Die 68-jährige Hellmann findet es wichtig,
"dass wir Alten nicht abgeschrieben sind
und die Jugend Interesse an uns hat. Die
Kinder sehen dann, dass auch wir gute Ideen
haben."
"Die Großeltern-
und die Enkelgeneration verstehen sich oft
besser als die Jugendlichen und ihre Eltern",
stellt Werner Schmidt fest. Durch die Begegnung
mit alten Menschen entwickele sich "ein
Gefühl für deren Situation und Schwächen",
sagt der Leiter der Wilhelm-Raabe-Realschule.
In seinem Haus gibt es seit 1985 die "Ambulante
Seniorenbetreuung" als Arbeitsgemeinschaft;
im vorigen Jahr meldeten sich 46 Mädchen
und Jungen zu dem prämierten Projekt.
"Die Schüler profitieren
stark von diesen Erfahrungen", ist Schmidt
überzeugt. Im Linienbus haben sie dann einen
Blick für das Bedürfnis der weniger agilen
Alten, während der Fahrt sicher zu sitzen.
Umgekehrt finden Senioren, die Kontakte
zur Jugend haben, leichter den richtigen
Ton. "Jüngere Menschen sind heute nicht
weniger hilfsbereit, sondern häufig nur
unsicher", urteilt Uwe Fenner vom "Institut
für Stil und Etikette" in Berlin. Durch
das Miteinander entwickelt sich das Füreinander.
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(EINSTEIN-GAZETTE
v. 22.04.2005)Sozialpraktikum im Schuljahr
2004/05
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Es ist wieder so
weit. Schülerinnen und Schüler aus den fünf
neunten Klassen des Albert-Einstein-Gymnasiums,
ihre Partner aus der älteren Generation
und ihre Paten, die die Kontakte zwischen
Jung und Alt vermittelt haben, haben sich
zum Abschluss des Sozialpraktikums in der
Aula unseres Gymnasiums zu einem Kaffee-Nachmittag
getroffen. Acht Wochen lang haben sich die
126 Schülerinnen und Schüler einmal pro
Woche mit den älteren Menschen getroffen,
um miteinander zu diskutieren, zu spielen,
Spaziergänge zu machen oder Sport zu treiben.
Eines der Ziele dieses Praktikums ist es,
den Austausch zwischen den Generationen
zu fördern, da es durch veränderte Lebensgewohnheiten
und Familienstrukturen im Alltag weniger
Berührungspunkte zwischen jungen und alten
Menschen gibt.
Die Vorbereitungsseminare,
die wie im letzten Jahr dankenswerterweise
Frau Rottmann-Heuer durchführt hat, fanden
diesmal im Kulturzentrum Tönebön unter Beteiligung
zahlreicher Senioren statt. Hervorzuheben
ist noch, dass in diesem Jahr besonders
viele Schülerinnen und Schüler aus dem 12.
Jahrgang das Patenamt übernommen und sich
so um die Ausgestaltung unseres Schullebens
verdient gemacht haben. Darauf sind wir
als Pädagogen stolz.
Die Rückschau wurde
bei Kaffee und Kuchen gehalten. Unser Schulorchester
sorgte für die musikalische Umrahmung. Jung
und Alt haben positiv von ihren Erlebnissen
und Erfahrungen berichtet. Es gab auch Gelegenheit
zu Schulführungen.
Autor: Arno
Krebbel
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(DEWEZET v. 09.02.2005)
"Alt trifft Jung": Zwei Generationen
im Dialog
Projekt des Albert-Einstein-Gymnasiums
für 126 Neuntklässler / Letztes Jahr gab's
den Bürgerpreis
VON CHRISTA KOCH
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Hameln.
Die Mädchen und Jungen, die sich im Aufenthaltsraum
des Kulturzentrums Tönebön am Klüt eingefunden
haben, hängen gebannt an den Lippen von
Klaus-Dietrich Gruhl. Der fast 81 Jährige,
früher Kontaktbeamter und 20 Jahre lang
ehrenamtlich für den Paritätischen engagiert,
gibt heute eine Lehrstunde.
Doch kein trockener
Stoff steht auf dem Stundenplan. Hier geht
es um Erinnerungen. Erinnerungen eines alten
Menschen, die den jüngeren Mahnung und Warnung
sein sollen. Im Rahmen eines Sozialpraktiums
von 126 Schülerinnen und Schülern der 9.
Klassen des Albert-Einstein-Gymnasiums berichtet
Gruhl über die Eide, die er in seinem Leben
geleistet hat. Den einen, auf den Führer
Adolf Hitler, den anderen später auf die
noch junge Demokratie, in deren Dienst er
sich stellte.
"Ich freue mich
immer über diese Trabanten", schmunzelt
Gruhl in Richtung der Mädchen und Jungen.
Kinderlieb war er schon, als er noch in
Polizeiuniform Schulen aufsuchte, und nichts
hat sich daran geändert. Und: Er spricht
die Sprache dieser 1 S Jährigen, redet in
Bildern und Beispielen. Stichwort Nationalismus:
"Wenn alle sagten, sie seien Bayern-Fans,
habe ich mich für Werder Bremen entschieden.
So fängt das an."
Schonungslos geht
Gruhl mit sich selbst ins Gericht, als er
über sein Leben im Dritten Reich spricht.
Wie er schon als Neunjähriger in eine nationalsozialistische
Erziehungsanstalt kam, glühend begeistert
vom Führer. Und wie er wieder rausgeworfen
wurde, weil er nachts nuckelte oder seinen
Harn nicht unter Kontrolle hatte. Hinzu
kamen eine Sechs in Latein, eine
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Fünf in Englisch.
"Ich warne Euch. Lernt, so viel Ihr könnt,
denn Wissen ist Macht", ruft er den Gymnasiasten
zu. Die sind längst mucksmäuschenstill,
als der Senior seinen Einsatz für Adolf
Hitler und die Tatsache, dass er sich damals
freiwillig in den Krieg gemeldet hatte,
"verwerflich" nennt, Als er mahnt, dass
sich die Jugend nicht von neuen Rattenfängern
wie Neonazis verführen lassen, sondern -
wie er nach dem Krieg - alles tun solle,
um die Demokratie zu festigen.
Die Lehrer Arno
Krebbel und Peter Seifert sowie Dorothee
Rottmann-Heuer, die diesen Vorbereitungstag
auf
das acht Wochen dauernde Sozialpraktikum
unter dem Motto "Jung trifft Alt" begleiten,
brauchen nicht einzugreifen, Fragen kommen
wie von selbst. Ein Dialog entsteht. Und
genau das ist auch die Intention dieses
Unterfangens, das als Pflichtfach auf dem
Lehrplan steht: Verschiedene Generationen
sollen miteinander ins Gespräch kommen,
sollen voneinander lernen.
Dass das im nunmehr
zweiten Jahr glückt, ist anzunehmen. Im
ersten Jahr hatten vor allem die Eltern
noch starke Zweifel. Doch die sind beseitigt
- spätestens, seit das Gymnasium dafür mit
dem Bürgerpreis der Stadt ausgezeichnet
worden ist.
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(DEWEZET v.
10.07.2004)Jung trifft Alt - vorbildliches
Engagement
Vergabe des Bürgerpreises an das Albert-Einstein-Gymnasium
und weitere Ehrenamtliche
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Hameln (weg).
Eine Brücke zwischen den Generationen schlagen
und Verständnis zwischen Senioren und jugendlichen
aufbringen - das hat nach Meinung der Bürgerpreisjury
das Albert-Einstein-Gymnasium mit seiner
Aktion "Jung trifft Alt" am eindrucksvollsten
bewiesen. Das AEG-Projekt wurde von Vertretern
der Stadt Hameln, der Dewezet, Radio Aktiv,
der Stadtsparkasse Hameln und den Bundestagsabgeordneten
Gabriele Lösekrug-Möller und Brigitte Schulte
(beide SPD) zum Gewinner des Bürgerpreises
2004 gekürt. Das Motto der Auszeichnung:
"Für mich. Für uns. Für Hameln".
Acht Wochen lang
haben 120 Jugendliche aus dem 9. Jahrgang
des AEG einen älteren Menschen einmal pro
Woche besucht und gemeinsam gebastelt, gespielt,
musiziert und erzählt. Für das außergewöhnliche
Engagement gewann das Gymnasium 1000 Euro
an Sachleistungen. Die Initiatoren Arno
Krebbel und Bernd Gelderblom nahmen gemeinsam
mit zwei Schülern sowie Schulleiter Wolfgang
Weber den Preis in Empfang.
Günther Teutrine,
der mit behinderten Menschen aller Altersgruppen
arbeitet, wurde mit dem zweiten Platz und
Sachleistungen von 600 Euro ausgezeichnet.
Im Umgang mit behinderten Menschen habe
Teutrine große Hilfsbereitschalt, Geduld
und Fingerspitzengefühl bewiesen.
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"Die gute Seele
der Hamelner Kantorei", Ruth Hebisch, wurde
mit dem dritten Platz bedacht. Die 73-Jährige
organisiert unter anderem Chorfreizeiten
und Konzerte für die 180 Sänger im Alter
von 5 bis 75 Jahren.
"Ich freue mich,
dass Personen ausgezeichnet wurden, die
sich schon über viele Jahre in der Stadt
engagieren", betonte Oberbürgermeister Klaus
Arnecke. Schulte und Lösekrug-Möller baten
die Gewinner, die Arbeit fortzuführen. Dass
der Wettbewerb mit der Ehrung noch nicht
beendet ist, sondern die Gewinner am Bundeswettbewerb
"Bürgerpreis 2004" teilnehmen, darauf verwies
Alois Drube, der Vorstandsvorsitzende der
Stadtsparkasse Hameln. Zudem erwähnte er,
dass Ruth Hebisch und Günther Teutrine die
Bewerbung um den Bürgerpreis nicht selbst
eingereicht hatten, sondern von Bürgern
vorgeschlagen worden waren. Mit den Ergebnissen
der bundesweiten Auszeichnung ist im Herbst
zu rechnen.
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"Für mich. Für uns. Für Hameln" im Einsatz:
Die Empfänger des Bürgerpreises und Jurymitglieder.
Foto: weg

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(DEWEZET v. 08.06.2004)
Jung trifft Alt - "eine tolle Erfahrung"
AEG-Pilotprojekt kam an / Respekt und
Anerkennung füreinander bekommen

Trafen sich im AEG zum gemeinsamen Kaffeeklatsch:
Senioren, Eltern und Schüler. Foto: weg
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Hameln (weg).
Wer vor kurzem die Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums
betrat, der fand ein eher ungewöhnliches
Bild vor. Statt kichernder Schüler, die
sich über ihre Lieblingsserien, den neuesten
Kinofilm und die aktuellen Trends in Mode
und Musik unterhalten, saßen dort Schüler,
Eltern und zahlreiche Senioren zum gemeinsamen
Kaffeeklatsch und aßen Kuchen. Das gemütliche
Beisammensein, das vom Schulorchester musikalisch
begleitet wurde, bildete die Abschlussveranstaltung
für das Pilotprojekt "Jung trifft Alt".
Den Austausch
von Generationen gefördert
Acht Wochen lang
hat jeder der rund 130 Schüler aus Jahrgang
9 eine Stunde pro Woche mit einem älteren
Menschen in dessen Wohnung oder Seniorenheim
verbracht. Es wurde miteinander diskutiert,
gespielt, gesungen und gebastelt. Während
die älteren Menschen von ihrer Jugend erzählten,
erklärten die Schüler den Senioren beispielsweise,
wie ein Handy funktioniert und welche Vorzüge
ein Laptop hat.
"Eines der Ziele
des Projekts ist, dass der Austausch der
Generationen gefördert wird", erklärt der
Mittelstufenkoordinator und Mitorganisator
des Projektes, Arno Krebbel. Denn durch
veränderte Familienstrukturen und Lebensgewohnheiten
gibt es heute im Alltag weniger Berührungspunkte
zwischen jungen und alten Menschen.

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Schulleiter Wolfgang
Weber betont: "Das Projekt soll deutlich
machen, dass es nicht immer nur um Profit
und Aktienkurse geht, sondern, dass auch
menschliche Werte in der Schule vermittelt
werden." Neben Eltern engagierten sich auch
fünf Oberstufenschüler als Paten. Ihre Aufgabe
war es, Kontakte zu den Senioren herzustellen.
"Das war am Anfang nicht so leicht", sagt
Zwölftklässlerin Agnes Gabriel, die Senioren
für das Projekt begeistern wollte. "Doch
als die Kontakte einmal geschaffen waren,
lief alles bestens."
Das Sozialpraktikum,
das eine Pflichtveranstaltung für alle Neuntklässler
darstellte, stieß bei Schülern und Senioren
zwar auf anfängliche Vorbehalte, doch jetzt
sind alle froh, diese neue Erfahrung gemacht
zu haben. "Ich finde das ganz toll und bin
begeistert, dass die jungen Leute so hilfsbereit
sind", freut sich die 84-jährige Edith Kreth.
"Man bekommt Respekt und Anerkennung für
die älteren Leute", sagt die Neuntklässlerin
Julia Gedeon, die sich freut, dass zwischen
ihr und der Seniorin, mit der sie sich getroffen
hat, eine richtige Freundschaft entstanden
ist.
Nach so einem gelungenen
Projekt ist es fast selbstverständlich,
dass Rektor Weber auf eine Fortführung im
nächsten Schuljahr hofft. Doch Daumen drücken
heißt es jetzt erst einmal für alle Lehrer,
Eltern, Schüler und Senioren, dass ihr Sozialprojekt
"Jung trifft Alt" den Bürgerpreis 2004 gewinnt.
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