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Albert Einstein - der Namensgeber der Schule

 
Albert-Einstein-Gymnasium

1993 erschien eine umfassende Biographie über Einstein von Albrecht Fölsing. Ich hätte ohne meine Zugehörigkeit zu einem Albert-Einstein-Gymnasium dieses Buch wohl nicht gelesen. So aber wurde die Lektüre für mich zum Anstoß für eine genauere Beschäftigung mit Einstein, mehr von ihm und über ihn zu lesen. Am Ende dieser Beschäftigung steht Staunen: Da ist ein genialer Wissenschaftler eine Jahrhunderterscheinung. Und dieser Mann besitzt eine große innere Unabhängigkeit, besitzt "Eigenständigkeit", die ihn frei macht von allem Mitläufertum. Und er hat den Mut, sich nicht in seinem Ruhm bequem einzurichten, sondern sich unbequem in die politischen und gesellschaftlichen Konflikte einzumischen. Und er ist Jude und gerät in die Katastrophen und Umbrüche dieses Jahrhunderts. Man sage nicht: Er hatte es ja auch leicht! Bei seiner Berühmtheit konnte er sich Mut und Zivilcourage leisten! Es gibt genügend Gegenbeispiele von Berühmtheiten, die den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und zu Opportunisten geworden sind. Einsteins Mut und Engagement dagegen zeigen sich nicht nur in seiner Solidarität mit den Juden und dem Zionismus; sie zeigen sich auch in seiner Solidarität mit allen Menschen: "Ich fühle mich so solidarisch mit allem Lebendigen, daß es mir gleich ist, wo der einzelne anfängt und aufhört."
Das klingt nach inhaltslosen Formeln, wird aber eben durch Einsteins Leben und Handeln imponierend beglaubigt. Einstein, der Individualist und der Weltbürger, der Aufklärer und der Gläubige, der Wissenschaftler und der Künstler, der Kämpfer und der Pazifist.

Wir vom Albert-Einstein-Gymnasium - wie also sollen wir mit unserem Namensgeber umgehen? Sollen wir ihn zum Vorbild nehmen? Warum denn nicht?! Fragt sich nur, in welchem Punkt. Warum sollten z.B. unsere Siebt- und Achtklässler, wenn sie den kürzlich erschienenen Einstein-Jugendroman, "Die Abenteuer des Denkens", lesen, sich nicht für den Helden dieses Abenteuers begeistern? Ich meine, dass solche Begeisterung für keine Altersstufe abträglich ist. Hinzukommen muss nur nüchterne und emphatische Beschäftigung mit dieser Person. Dann könnte es jedenfalls gelegentlich passieren, dass hinter den von uns so oft automatisch und gedankenlos daherbuchstabierten Vokalen A und E ein Orientierungspunkt sichtbar und bewusst wird: Albert Einstein.

Autor: Dr. Edgar Herrenbrück, StD a.D.

 

So einfach wie möglich, aber nicht einfacher. Albert Einstein

 

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