Albert Einstein - der Namensgeber der Schule
Von Dr. Edgar Herrenbrück, StD a.D.
 |
|
Große Geister haben stets heftige Gegnerschaft
in den Mittelmäßigen gefunden. Diese letzteren nämlich
können es nicht verstehen, wenn ein Mensch sich
nicht gedankenlos den ererbten Vorurteilen unterwirft,
sondern ehrlich und mutig seine Intelligenz gebraucht
und die Pflicht erfüllt, die Ergebnisse seines Denkens
in klarer Form auszusprechen.
Albert Einstein: Worte in Zeit und Raum,
Herder Verlag ISBN 3-451-22398-8
Am 14. März 2004 war Einsteins 125. Geburtstag.
|
Weltruhm
|
|
Am Morgen des 7. November 1919 wachte Einstein auf und
entdeckte, dass er berühmt war, schrieb ein englischer Biograph.
Ersetzt man "berühmt" durch "weltberühmt", dann trifft diese
Aussage den Nagel auf den Kopf. Denn am 6. November hatte
in London die hochehrwürdige Royal Society feierlich bekannt
gegeben, dass Vorhersagen Albert Einsteins über die Ablenkung
von Lichtstrahlen durch Messungen von zwei Forschungsexpeditionen
bestätigt worden waren. Nach der Einsteinschen Relativitätstheorie
müssen nämlich Lichtstrahlen, die das Schwerefeld eines
großen Objekts, z.B. der Sonne, durchqueren, abgelenkt werden.
Eine Sonnenfinsternis im Mai des Jahres hatte solche Messungen
möglich gemacht. Auch den genauen Wert dieser Lichtablenkung
hatte Einstein vorausberechnet. Und auch diese Angaben hatten
die Expeditionen voll bestätigt.
Sofort geriet Einstein in die Schlagzeilen: "Revolution
in der Wissenschaft - Einstein gegen Newton" ("Times"),
"Lichter am Himmel alle schief - Einsteins Theorie triumphiert"
("New York Times"). Die "Berliner Illustrierte Zeitung"
brachte ein großes Foto auf der Titelseite mit der Unterschrift:
"Eine neue Größe der Weltgeschichte: Albert Einstein". Es
war eine richtige Sensation, die wochenlang die Medien beschäftigte.
Von einem Tag zum anderen war Einstein ein Weltstar. Wo
immer er auftrat, zog er die Massen an.
|
Staatspräsidenten luden ihn ein, Wissenschaftler huldigten
ihm, Organisationen und Verbände rissen sich um seine Mitgliedschaft.
"Relativitätsrummel" nannte Einstein das, weil für ihn die
Londoner Bestätigung nichts Überraschendes hatte. Es half
ihm nicht: In Deutschland war er jetzt nicht nur ein berühmter
Physiker, nicht nur Repräsentant der Wissenschaft schlechthin,
sondern auch Repräsentant der Weimarer Republik, er leistete
für sie gerade in den Jahren ihrer internationalen Ächtung
nach 1918 wichtige Dienste als Sympathieträger. Zu seinem
50. Geburtstag am 14. März 1929 wurde er als "neuer Kopernikus",
als "Zauberer" gefeiert. Der Berliner Magistrat schrieb
ihm, sein Name werde durch Jahrtausende zu den Unsterblichen
gezählt werden. Schon zu seinen Lebzeiten war er eine Legende.
Sein Name hat bis heute in allen Weltkulturen sprichwörtliche
Bedeutung.
|
|