Das Fach Deutsch am Albert-Einstein-Gymnasium
Aus dem Unterricht - Klasse 6
„Sagenhafte“ Klasse 6Fb (jetzt 7Fb)
Nachdem wir uns im Deutschunterricht intensiv
mit verschiedenen Sagen auseinandergesetzt
hatten, wurden die Schüler selbst kreativ und
verfassten Sagen zu selbstgewählten Themen.
Natürlich fiel dies dem einen oder anderen
Schüler nicht ganz so leicht, aber mit ein wenig
Mühe entstanden viele lustige, spannende aber
auch lehrreiche Sagen oder Erzählungen. Nach
einer Vorlesestunde im Unterricht erhielten die
Schüler die Möglichkeit, ihre Werke noch
künstlerisch zu gestalten. Zwei Beispiele sollen
hier exemplarisch für alle anderen
veröffentlicht werden. Wer auf den Geschmack
gekommen ist und gern mehr lesen möchte, kann
bei Frau Alves-Wolf ein kleines „Sagenbüchlein“
der Klasse 6Fb erwerben.
Ein kleiner Frauenschuh
Auf den Philippinen gab es einmal ein Mädchen,
das seit seiner Geburt vor elf Jahren nicht mehr
gewachsen war. Nun war die Zeit gekommen, dass
es heiraten sollte. Da sie ihren Zukünftigen
sehr mochte, wollte sie ihm ein besonders
hübsches Outfit bieten. Schließlich fehlten nur
noch die Schuhe. Sie ging zum einzigen
Schuhladen des Dorfes, aber es gab kein einziges
Paar in ihrer Größe. Betrübt ging sie durch den
Urwald nach Hause. Plötzlich stolperte sie über
eine dicke Wurzel und als sie aufstehen wollte,
sah sie zwei Blüten, etwa gleich groß, die
aussahen wie ein Paar Schuhe. Das Mädchen
pflückte sie und zog sie über die kleinen Füße -
und siehe da ! - sie passten wie angegossen!
Überglücklich rannte sie nach Hause zu ihrem
Liebsten. Seitdem trägt diese Pflanze den Namen
„Frauenschuh“.
Autorin: Ivonne Alves-Wolf
ENDE

Dieses Bild zeigt einen
Frauenschuh, der den wissenschaftlichen Namen
“Paphiopedilum pinocchio“ trägt.
Von Leonie Placidus, Kl.
6Fb, AEG Hameln
Hannes hat nur Stroh im Kopf
In einem kleinen Dorf, namens Messenkamp,
lebte ein kleiner Junge namens Hannes. Hannes
lebte mit seinen zwei älteren
Zwillingsschwestern Mia und Mira, seinem älteren
Bruder Hans, mit seinem anderen jüngeren Bruder
Peter und mit seinen Eltern Marie und Knut auf
einem alten Bauernhof. Sie hatten nicht viel
Geld, daher konnten die Kinder nicht zur Schule
gehen. Das störte sie auch nicht, weil sie
gehört hatten, dass die Lehrer die Schüler mit
schwierigen Aufgaben quälten. Nur Hannes hatte
einmal ein Mathebuch gefunden und war von den
Aufgaben verblüfft und hatte Spaß daran, sie zu
rechnen. Die anderen Vier konnte er damit nicht
beeindrucken, sie fanden es zu schwer und sie
lagen lieber im Heu oder auf den Bäumen. Hannes
hingegen fand das schrecklich langweilig und war
auch nicht gut im Klettern. Er mochte Mathe und
rechnete die schwierigsten Aufgaben. Von dem
bisschen Geld, was er lange gespart hatte,
kaufte er immer nur Mathebücher für die höchsten
Klassenstufen. Seine Geschwister gaben alles,
was sie von ihrer Tante bekamen sofort für
Süßigkeiten aus, denn so etwas gab es für sie
nur selten. Hannes lernte so viel nicht nur aus
Spaß, sondern auch für seinen Traum. Er wollte
ein wichtiger Professor werden, den die ganze
Welt kennt. Die anderen verstanden das überhaupt
nicht. Hans und Peter wollten später einmal den
Hof weiterführen und Mia und Mira meinten, sie
würden mal reiche Männer heiraten. Eigentlich
störte es sie nie, dass Hannes nie etwas mit
ihnen unternahm, aber was die vier wirklich
aufregte, war, dass er sie immer als dumme
Langweiler, hirnverbrannte Idioten oder
schlimmeres bezeichnete. Eines Tages reichte es
ihnen mit seinem schlauen Kopf und den
Beleidigungen. Er telefonierte wieder einmal mit
einem Mann, es war der Schuldirektor von der
Begabtenschule in Hamburg. Dort durften nur die
Besten der Besten hin. Nach dem Gespräch gab
Hannes noch schlimmer damit an, dass er so
schlau war und sie nicht. Sie mussten
irgendetwas dagegen unternehmen. Mira hatte eine
Idee, sie mussten ihn dumm machen, aber wie, das
wusste sie nicht. Aber dafür hatte Mia eine
Idee, wie sie das anstellen konnten, sie war
zwar nicht gut in Mathe oder konnte schreiben
und lesen, aber was auch immer sie plante,
klappte. Also ging sie zum Telefon und tat so
als würde sie mit jemandem reden. Hannes bekam
dies mit und wollte an den Hörer, aber dann
legte sie auf. Sie sagte ihm, dass ein Professor
angerufen hatte, um ihm zu sagen, er müsse noch
eine Aufgabe erfüllen, um auch wirklich
aufgenommen zu werden. Die Aufgabe war, dass er
sich so viele Strohhalme ins linke Ohr stecken
sollte, bis sie im rechten wieder raus kämen und
anschließend zählen solle, wie viele man
bräuchte. Hannes war sehr verwundert über diese
Aufgabe, aber wollte unbedingt auf diese Schule,
also tat er es. Bei den ersten 10 Halmen tat es
ziemlich weh, aber er war fest entschlossen,
dass er es schaffen kann. Nach genau 152 Halmen
hörte er auf und wusste nichts mehr. Er konnte
nichts mehr, nicht mehr rechnen, nicht mehr
schreiben, nicht mehr lesen, nicht mehr klar
denken.
GAR NICHTS!
Aber er merkte es auch nicht und es störte
ihn auch nicht. Er war total gelassen und
entspannt. Die Vier waren erst überrascht und
dann glücklich, denn Hannes machte einfach alles
mit. Nun, er konnte nicht mehr reden, außer
vielleicht ein paar Laute, die keinen Sinn
ergaben. Aber einen besseren Freund und Bruder
gab es nicht. Also heißt die Redewendung „Du
hast nur Stroh im Kopf“ so viel wie, dass auch
dumme Menschen unglaublich nett seinen können.
Johanna Thiemer

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