|
1Am Albert‑Einstein‑Gymnasium
ist das Vokabular der meisten Schüler, Lehrer und
Eltern mittlerweile um "SHS", die Abkürzung
für das "Schüler‑helfen‑Schülern –
Projekt", erweitert worden, denn das erste
halbe Jahr des Modellversuchs ist um, und die Resonanz
ist durchweg positiv.
Hinter SHS steht die Idee,
dass jeweils ein Schüler des 11. oder 12. Jahrgangs
jede Woche eine Doppelstunde Nachhilfe für eine
Gruppe von maximal fünf Schülern des 6. Jahrgangs
erteilt. Hierfür steht jeder Lerngruppe ein eigener
Klassenraum zur Verfügung.
Zu Beginn türmte sich jedoch
einige Unsicherheit zwischen uns "Lehrern"
und unseren kleinen "Schülern" auf. Wir
fragten uns:
|
2Wie soll ich mich verhalten? Autoritär?
Kumpelhaft? Wie bewältige ich alle Probleme der
Kinder gleichzeitig? Was erwarten sie von mir? Was
erwarte ich selber von mir? Fragen über Fragen,
aber die Antworten kamen, wie wir schnell feststellen
mussten, ganz einfach durchs Probieren, denn das
geht scheinbar doch übers Studieren. Schnell entwickelte
jeder und jede von uns eine ganz eigene "Strategie",
um an die Kinder und ihre Probleme herantreten zu
können. Der Erfolg, in Form von teilweise besseren
Noten in Klassenarbeiten oder sogar im Zeugnis,
blieb nicht aus, was uns mindestens genauso freute
wie die 6.‑Klässler.
|
|
3Doch bei einem Treffen bei Kaffee und Kuchen
zwischen Lehrern, "SHS‑Lehrern"
und Eltern wurde auch das ein oder andere Problem
deutlich. Der Kritikpunkt der zu großen "Gruppen"
wurde von uns "Lehrern" genauso deutlich
gemacht, wie der Wunsch nach Lerngruppen aus einer
Klasse, um unterschiedliche Unterrichtsniveaus zu
vermeiden. Die Eltern hatten ebenfalls die Möglichkeit,
ihre Wünsche sowie Fragen einzubringen und machten
außerdem deutlich, dass sie mit der "geleisteten
Arbeit" recht zufrieden waren.
Erfreulicherweise durften
wir erleben, dass unsere Erfahrungen sehr ernst
genommen wurden und auch ausschlaggebend für die
zukünftigen SHS‑Projekte sein sollten.

|
4Denn die Zukunftsaussichten des Projektes
sind rosig, es soll nicht nur fortgeführt sondern
auch an mehreren Stellen erweitert werden. Ein weiterer
Jahrgang soll mit einbezogen werden und mehr "Lehrer"
die Chance bekommen mitzuwirken.
So ist also aus der anfangs
sogar manchmal belächelten Idee ein solides Projekt
mit Zukunft geworden, das wir als "Lehrer"
nur gutheißen und weiterempfehlen können, da es
uns möglich war, sehr viele interessante und neue
Erfahrungen zu sammeln und unseren Horizont zu erweitern.
Außerdem konnten unsere kleinen Schüler auch schon
den einen oder anderen Erfolg in Form von besseren
Noten verzeichnen!
Autoren: Die SHS‑Lehrer
im Juli 2006
|
|
Nach der Schulelternratssitzung
im November 2005 gründete sich spontan der Arbeitskreis
zur Verbesserung der Lernkultur am AEG, bestehend
aus vier Lehrern, zwei Schülervertretern und fünf
Elternvertretern.
Was wollen wir erreichen?
Wo steht unsere Lernkultur am AEG?
Relativ schnell kristallisierte
sich heraus, dass sowohl gegenseitige Achtung und
Respekt zwischen Schülern und Lehrern als auch die
Lernbereitschaft unserer Schüler im Lernprozess
von Bedeutung sind.
Neue Lernstandards, Methodenkompetenz,
große Klassen, Pisa-Studien….
All diese Schlagworte veranlassten
uns, als erstes ein Schüler helfen Schülern - SHS
- Projekt - zu initiieren um Lerndefizite der Sek
I – Schüler auszugleichen und gleichzeitig
die soziale Kompetenz der Sek II –Schüler
zu fördern.

|
Es fanden sich schnell
Schüler aus der Oberstufe, die Lust hatten Fünfergruppen
von etwa vierzig Sechsklässlern zu betreuen. So
konnte das Projekt nach den Osterferien 2006 mit
der sechsten Jahrgangsstufe in allen Langfächern
starten.
Der SHS-Unterricht, vornehmlich
in den Fächern Französisch, Englisch und Mathematik
fand jeweils montags und/oder mittwochs in der 7.
und 8. Stunde im AEG statt.
Der erfolgreiche Anlauf
des Projektes bestärkt uns darin, das SHS-Projekt
nach den Herbstferien 2006 auszuweiten, und wir
hoffen auf eine Realisierung für weitere Jahrgänge.
Wir danken den engagierten
Schülern aus der Oberstufe und freuen uns auf eine
weitere positive Zusammenarbeit.
Autorin: Sabine Dietz
|